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Malteser Rostock

Freiwilligendienste - Kostensteigerung gefährdet Qualität

02.02.2018

Seit fast sieben Jahren besteht der Bundesfreiwilligendienst (BFD) neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) – seit sieben Jahren helfen jährlich etwa 90.000 Frauen und Männer der Gesellschaft mit ihrem Engagement in vielen sozialen Bereichen. Ob kranke, pflegebedürftige, einsame Menschen oder die, die als Geflüchtete gekommen sind: die Herausforderungen an die Freiwilligen sind vielfältig, Schwachen in der Gesellschaft zu helfen. „Aber die Finanzierung der Freiwilligendienste durch den Bund ist heute leider auf dem Niveau von vor sieben Jahren. Wir benötigen dringend einen Ausgleich für die rasante Kostensteigerung, um die vorgeschriebene pädagogische Begleitung der Freiwilligen weiter leisten zu können“, sagt die Referatsleiterin Freiwilligendienste bei den Maltesern, Sabine Ulonska. In den vergangenen sieben Jahren sind die Kosten für die jährlich rund 1.000 Freiwilligen der Malteser um 23 Prozent gestiegen. Ohne eine Anpassung des Zuschusses für die pädagogische Begleitung durch den Bund seien „die Freiwilligendienste in der heutigen Qualität kaum aufrecht zu halten“, so Sabine Ulonska

Zumeist sind Freiwillige Frauen und Männer unter 27 Jahren, die nach der Schule Lebenserfahrung sammeln wollen. Aber auch für diejenigen, die älter sind, stellt der Bundesfreiwilligendienst eine Chance dar. Nach Familienzeit oder Arbeitslosigkeit bietet sich den über 27-Jährigen eine Brücke – bis hin zum Einstieg in den Arbeitsmarkt. Für das Engagement erhält ein Freiwilliger Taschengeld und weitere Sachbezüge, in Summe bei den Maltesern rund 450 Euro plus Sozialversicherung.  Zwischen zwölf und 18 Monaten dauert in der Regel der Freiwilligendienst. Mindestens fünf Wochen nehmen die Freiwilligen währenddessen an Bildungsseminaren zu fachlichen und sozialen Themen teil.

„Viele soziale Themen – sei es Pflegenotstand, Altersarmut, Integration von Geflüchteten, Infrastruktur des ländlichen Raums – haben Eines gemeinsam: diese Probleme sind nur zu lösen, wenn sich Menschen freiwillig und ehrenamtlich engagieren“, so Ulonska. Der Staat müsse die großen Stellschrauben drehen, „aber lebenswert wird unsere Gesellschaft nur face-to-face“.  Die Freiwilligendienste bieten den Vorteil, insbesondere jungen Menschen dieses „face-to-face“ nahezubringen. Ulonska: „Freiwillige im FSJ oder BFD lernen die vielen Menschen kennen, die weit ab von der Komfortzone leben. Das ist kein Schock, sondern eine Lebenserfahrung.“

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